Mittwoch, 8. Januar 2014

Die Herrin der Kathedrale - das Portrait einer starken Frau im Hochmittelalter

Genre: historischer Roman

Der Naumburger Dom gehört zu den zu den schönsten Gebäuden der Romanik und ist Teil der Straße der Romanik, die auch durch Sachsen-Anhalt führt. Auch wenn das originale Bauwerk heute nicht mehr exististiert, so sind die Stifterfiguren jedem Besucher und Kunstinteressiertem weitbekannt. Unter ihnen befindet sich Uta von Ballenstedt. Wer war diese Frau, die im 11. Jahrhundert lebte und wie wirkte sie?
Uta von Ballenstedt wurde um 1000 n. Chr. als Grafentochter geboren. Im Roman von Claudia und Nadja Beinert ist ihr Vater ein despotischer Mann, der typisch für diese Zeit, wenig von Frauen hält und dementsprechend handelt. Die Geschichte beginnt mit der jungen Uta, die beschützt und geliebt durch ihre Mutter Hidda eine recht unbeschwerte Kindheit erlebt. Doch schon nach wenigen Seiten ereilt Uta der erste Schicksalsschlag.

Sie wird von einem Knappen dazu überredet, allein mit ihr in den Wald zu reiten. Dort kommt es wie es kommen muss: der junge Mann versucht, Uta zu vergewaltigen. Just in diesem Moment erscheint der Vater mitsamt wichtiger Gäste auf der Waldlichtung und beschimpft seine Tochter, eine Hure zu sein... das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Uta, die seit frühester Kindheit stottert, kann den Reinigungseid nicht fehlerfrei aufsagen und wird von ihrem Vater fast zu Tode geprügelt. Nur knapp überlebt sie und kann dem Gerichtstag entkommen, an dem sie durch den Vater angeklagt werden sollte, indem ihre Mutter sie in ein Kloster entführen lässt. Doch diese Schmach für den Grafen überlebt Hidda nicht....
Uta wächst derweil im Kloster zu einer begabten Schreiberin und klugen jungen Frau heran. Sie schwört sich, den Tod ihrer Mutter aufzuklären und den Mörder nicht davonkommen zu lassen. Doch dazu braucht sie mehr Wissen und Fürsprecher....
Den Zwillingsschwestern Nadja und Claudia Beinert ist hier ein interessanter und historisch fundierter Debütroman gelungen. Die Handlung könnte zwar etwas zügiger voranschreiten, doch  sprachlich bleiben sie in einem Deutsch, dass nicht zu modern klingt- auch wenn bestimmte Wendungen einfach zu oft wiederholt werden („sie hauchte...“). Insbesondere Uta wächst einem schnell ans Herz und auch die anderen Charaktere des Buches begleitet der Leser über viele Jahre. Kritisieren muss ich die Zeichnung der Gegner von Uta, wie immer sind diese Männer besonders brutal, besonders Sex besessen und denken nur an Vergewaltigung. Daran kranken zur Zeit viele Romane- schade, dass dies auch hier zu finden ist. 
Toll ist, dass am Schluss noch einmal Fiktion und Reales von den beiden Autorinnen getrennt wird. Es ist wirklich toll, wie intensiv sich die Autorinnen mit dem Mittelalter auseinandergesetzt haben. Man ist als Leser danach tatsächlich ein wenig schlauer und ich habe auch gleich nochmal nachgelesen, wie das so war und was über welche Personen bekannt ist. Das macht Spaß!

Mein Fazit:
Trotz der kleinen Schwächen ist das Buch ein toller historischer Roman für jeden Fan dieses Genres und  absolut lesenswert!

4 von 5 Pingus






Informationen zum Buch:
Die Herrin der Kathedrale- Claudia und Nadja Beinert
Verlag: Knaur TB
Softcover
768 Seiten
ISBN  978-3-426-51404-7
Erschienen am 01.11.2013

Kommentare:

  1. Hallo,

    das Buch hört sich sehr interessant an, das muss ich mir mal merken :)

    Lg
    Micha

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  2. Hey,

    das klingt echt nach einer spannenden Geschichte! Da drückt man bei solchen kleinen sprachlichen Schwächen doch gerne Mal ein Auge zu! Werd mir das Buch auf jeden Fall mal genauer ansehen!

    LG Cat

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