Sonntag, 12. Januar 2014

Die Regenbogentruppe- weil Kinder lernen wollen!

Genre: Schicksal

Klappentext: 
"Wenn der Morgen auf Belitung, Indonesien, graut, kann nichts sie aufhalten. Die Schüler der „Regenbogentruppe“ – Söhne und Töchter von Fischern und Minenarbeitern – wollen nicht eine einzige Unterrichtsstunde verpassen, denn für sie ist die Schule die einzige Möglichkeit, der Armut zu entkommen. Da ist zum Beispiel Lintang, das mathematische Genie, oder Mahar, der Künstler und angehende Schamane. Und Ikal, der seinen Weg macht: von der Armenschule über das Studium in Paris und London zum gefeierten Schriftsteller. Wie Khaled Hosseini in „Drachenläufer“ verarbeitet Andrea Hirata zugleich seine eigene bewegende Geschichte und eröffnet uns dabei tiefe Einsichten in ein zerrissenes Land."

Meine Meinung:

Andrea Hirata liefert eine berührende Biographie über sich und seine Mitschüler in einer der ärmsten Schulen der Welt. Eine eindrucksvolle Geschichte über 10 Schüler der „Regenbogentruppe“, ihrer 15 jährigen Lehrerin Bu Mus und über den Kampf um ihre Schule gegen alle Widrigkeiten. 



Der Autor beschreibt die einzelnen Schüler und ihre Eigenheiten. Lintang ist zum Beispiel ein Mathegenie. Er kommt aus einer der ärmsten Bevölkerungsschichten und muss täglich 40km Schulweg auf dem Fahrrad auf sich nehmen und fehlt doch kein einziges Mal. Wir lernen- in jeder Schule gibt es sie: die Genies, die Faulen, die Lustigen, die Cleveren… Wir sind auf Belitung, einer kleinen Insel von Indonesien. Die Insel könnte reich sein- sie ist voller Bodenschätze. Doch diese werden von einer Firma ausgebeutet und nur wenige Menschen profitieren von diesem Reichtum. Die meisten Menschen verdingen sich als Gelegenheitsarbeiter oder schlecht bezahlten Hilfstätigkeiten. Ihren Kindern können sie keine Schulbildung finanzieren- die meisten Kinder müssen von klein auf den Lebensunterhalt mitverdienen. Doch Bu Mus und Pak Harfan sind zwei Lehrer, die überzeugt sind, dass Bildung den Ärmsten der Armen- den Kindern- eine bessere Zukunft sicher könnte und arbeiten teils ohne Bezahlung hart für ihre Schule, in der die Eltern nur so viel bezahlen müssen, wie sie können- oft gar nichts. Die Kinder danken es mit einem unglaublichen Lerneifer und Willen, der seinesgleichen sucht. Ergreifend!

Die Geschichte beginnt mit dem ersten Tag in der Schule und erzählt über fünf Jahre hinweg verstreut, das Leben und Lernen der Schüler und ihre Probleme. Leider waren diese Geschichten häufig unterbrochen von abschweifenden Gedanken des Autors. Oft gab es Brüche in der Erzählung, so dass man öfter den roten Faden als Leser verlor. Ich hätte mir auch weniger Belehrung über die Armut und das Ausnutzen der Insel gewünscht (nach dem 3. Mal hat es jeder verstanden!) und mehr über die einzelnen Schüler gewünscht. So bleiben die meisten, bis auf Lintang und Mahar, doch recht blass und ich musste mich jedes Mal fragen, wer denn das gerade ist, von dem der Autor spricht. Auch der Schluss ist mir zu kurz geraten. Es kommt plötzlich ein Sprung (vor dem Abschluss der Schule) von fast 10 Jahren und hier geht doch viel verloren.


Trotz der kleinen Schwächen war es ein unglaublich ergreifendes Buch, mit dem Prädikat unbedingt lesen!

4 von 5 Pingus







 


Informationen zum Buch:
Die Regenbogentruppe- Andrea Hirata
Verlag: Hanser Berlin
Hardcover
272 Seiten
ISBN 978-3-446-24146-6
Erschienen am: 28.01.2013
19,90 €
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