Montag, 16. Juni 2014

Valhalla - solider Thriller, der sein Potential etwas verschenkt

Genre: Thriller

Klappentext: 
"2015. Spitzbergen- der nördlichste Siedlungspunkt der Menschheit. Eine Welt aus Eis und Schnee, überschattet von vier Monaten Polarnacht. Dort untersucht Archäologin Hannah Peters geheimnisvolle Strukturen unter dem arktischen Eis: Das Abschmelzen der Gletscher soll Fundamente eines mythischen Nordreiches zutage gefördert haben. Doch Hannah ist nicht die Erste, die diese Ruinen erkundet...
1944. Im annektierten Norwegen, fernab jeder Siedlung, reift ein Projekt, das grauenvoller ist als alles, was Menschen je ersonnen haben. Eine biologische Zeitbombe, verborgen unter dem ewigen Eis. Ihr Codename: VALHALLA."

Meine Meinung:
Hannah ist sauer- sie wird von ihrer aktuellen Forschung im warmen Kambodscha ausgerechnet ins eiskalte Nordnorwegen versetzt- dabei kann Hannah nichts weniger leiden als Kälte.
Wärmebilder zeigen dort jedoch Reste einer alten Stadt an - das legendäre Hyperborea? Hannah ist gespannt, was sie erwartet - doch die Forschungsreise endet in einer Tragödie, die sie nur knapp überlebt. Die Wissenschaftler waren die nicht Ersten in den Ruinen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges, 1944, haben die Nazis nach weiteren Beweisen für die Überlegenheit der arischen Rasse gesucht... doch vor allem gefährliche Experimente in der alten Stadt gemacht - eine mächtige Waffe schläft unter dem Eis und ist nun, 70 Jahre später, erwacht!

Thomas Thiemeyer ist einer der bekanntesten Thrillerautoren Deutschlands. Seine Romane bestechen vor allem durch die spannende Verknüpfung von wissenschaftlichen Fakten und fantastischen, Grusel- sowie Sci-Fiction Elementen.
Auch Valhalla reiht sich nahtlos ein. Die Protagonistin ist dem Leser schon aus den Vorgängerromanen Medusa und Nebra bekannt. Doch auch ohne dieses Wissen ist man sofort von der Story gefangen und fiebert mit Hannah mit, die noch einmal ins Eis muss, um ihren persönlich härtesten Kampf zu bestreiten.
Für mich blieb die Spannung jedoch nicht das komplette Buch auf dem guten Niveau des starken Beginns. Die Handlung wirkte sehr konstruiert, die Charaktere sind ein wenig zu blass und vor allem die Gegenspieler voller Stereotypen und insgesamt ziemlich eindimensional geraten. Dazu komt, dass sich einige sehr krasse Wendungen und Handlungen der Charaktere zu weit hergeholt anfühlen.
Leider ließ mich das Ende auch ein wenig unglücklich zurück- das Schicksal der antiken Stadt wird überhaupt nicht mehr erwähnt, geschweige denn weiter erforscht/aufgeklärt. Außerdem ist relativ schnell ist klar, worauf der Plot hinausläuft - und ein Aspekt der "Wunderwaffe" war für mich einfach zu viel... Lässt Thiemeyer diesen weg, wirkt die ganze Situation um ein vielfaches realer und dadurch noch bedrohlicher!

Fazit: Valhalla ist es ein weiterer rasanter und insgesamt auch recht gut gelungener Thriller von Thomas Thiemeyer - für Fans absolut lesenswert. Wer gern Eschbach oder Schätzing liest, wird  auch Thiemeyer mögen. Wegen meiner oben genannten Kritikpunkte und dem dadurch verschenkten Potential, muss ich jedoch insgesamt 2 Punkte abziehen - Thiemeyer kann es besser.

3 von 5 Pinugs


Informationen zum Buch:
Valhalla - Thomas Thiemeyer
Droemer Knaur
Thriller
gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-426-65265-7
512 Seiten
Erschienen am: 3. März 2014
19,99 €

Ich bedanke mich bei Lovelybooks und Droemer Knaur für die Bereitstellung eines Leseexpemplars.

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