Donnerstag, 29. September 2016

[Rezension] Animox. Das Heulen der Wölfe - ein starker Reihenauftakt für junge Leser

Der 12jährige Simon lebt mit seinem Onkel direkt am Central Park in New York und ist einer dieser typischen Loserjungs... nur einen einzigen Freund, der ihn nun zu Beginn der siebten Klasse auch noch verrät, um Eindruck bei der Schlägertruppe zu machen.
Nein, Simon hat es wirklich nicht leicht. Seine Mutter ist als Forscherin ständig in der Weltgeschichte unterwegs, schickt zwar Postkarten von überall her, aber ist eben nicht da. Der einzige Lichtblick für Simon: Die Tauben, die Mäuse und andere Kleintiere, die er überall trifft. Denn Simon ist kein normaler Junge (was ihn jedoch auch so viel angreifbarer für die Rowdies macht): Er kann mit Tieren sprechen und sie reden mit ihm!
Und obwohl sein Onkel wirklich alles tut, um ihn davon abzuhalten, füttert er doch jeden Morgen die Tauben vor seinem Fenster und Felix, die kleine fernsehsüchtige Maus ist sein bester Freund...

Mittwoch, 28. September 2016

[Rezension] Regeln für einen Ritter - Warum wir alle ein bisschen mehr Ritter sein sollten!

"Liebe ist das letztendliche Ziel. Sie ist die Musik unseres Lebens. Es gibt kein Hindernis, das genug Liebe nicht aus dem Weg räumen könnte." S 135

Welch ein seltsames und doch so schönes Buch!
Ethan Hawke ist hier eine ganz außergewöhnliche Geschichte gelungen.
Ein angeblicher Vorfahre schreibt im Jahr 1483 am Vorabend einer großen Schlacht einen langen Brief an seine vier Kinder. Darin enthalten ist nicht nur seine Lebensgeschichte, sondern vor allem Verhaltensregeln, die einen guten Ritter ausmachen. Dabei schließt er auch ausdrücklich seine Töchter mit ein, denn auch Damen könnten sich ritterlich verhalten.

Dieses Buch hat mich wirklich verzaubert. Es ist ganz klein und in grün gebunden, tatsächlich wie eine Fibel oder ein Handbuch. Mehrmals wurde ich beim Lesen angesprochen, ob ich gerade in einem Gesangsbuch oder ähnlichem lesen würde. Die einzelnen Regeln sind immer der Titel des Kapitels und dann folgt eine Episode aus dem Leben von mit der Erklärung als Fabel verpackt. Alle Kapitel sind mit wunderschönen Vogelzeichnungen von Hawkes Ehefrau versehen.
Was mich an diesem Buch begeistert hat, sind die eigentlichen Regeln. Es geht hier um Ehrlichkeit, Demut, Dankbarkeit, um Respekt für jeden, um Treue, um Fleiß und harte Arbeit. Genau um die Dinge, die auch in der heutigen Zeit einen guten Menschen auszeichnen und doch oft viel zu kurz kommen.
"Regeln für einen Ritter" regt zum Nachdenken und Reflektieren an. Was für ein Mensch möchte man sein, wie wird man gesehen, wie sieht man sich selbst. Was ist wichtig im Leben?

Ich fand es ganz wunderbar, da Hawke das alles ohne erhobenen Finger schreibt. Ich bin immer wieder abgetaucht in die kleinen Geschichten und mit einem guten Gefühl wieder in der Realität angekommen. Sein Schreibstil ist wirklich schön: schlicht, geradlinig und so, wie ich es mir vorstellen würde, wie sein Vorfahre es geschrieben haben könnte.
Ich nehme das Buch auch jetzt hin- und wieder in die Hand, wenn ich mich nach einem langen, harten Tag, an dem ich mich so gar nicht "ritterlich" gefühlt habe, auf das zurückbesinnen möchte, was wirklich wichtig ist. 
Ich bin restlos begeistert von diesem bezaubernden Buch und lege es jedem ans Herz.

5 von 5 Pingus






Informationen zum Buch:
Ethan Hawke - Regeln für einen Ritter
Roman
Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-04933-6
181 Seiten
Erschienen am: 11.08.2016
12 €
Link zum Buch

Samstag, 10. September 2016

[Rezension] Die Spur ins Schattenland - düster, traurig, emotional - typisch Stroud und doch ganz anders

Genre: Jugendbuch (ab 11 Jahren)

Charlie ist fassungslos. Alle um sie herum versuchen sie davon zu überzeugen, dass Max bei ihrem Ausflug zur Wassermühle ertrunken ist. Dabei hat sie doch selbst gesehen, was wirklich passiert ist! Mehrere, ziemlich gruselig aussehende Frauen haben ihn ins Schattenland gelockt. Doch Charlies Mutter glaubt ihr nicht und auch ihr Bruder stellt ihr so komische Fragen. Die Ärzte erzählen immer irgendwas von Trauerarbeit und sie muss zu allem Überfluss auch noch ständig zu nem Seelenklempner. Als ob sie verrückt wäre!! Dabei muss sich Charlie doch beeilen und Max finden. Jede Nacht macht sie sich auf ins Schattenland, um ihn zu erreichen, bevor es zu spät ist und er nicht mehr zurückkehren kann....